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Zuchtperlen

Qualitätskriterien für Zuchtperlen:

Eine Zuchtperle ist immer ein kleines Wunder der Natur. Dennoch gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Meeresschönheiten. Die Bestimmung ihrer Qualität ist sehr komplex und erfordert ein großes Maß an Erfahrung. Grundsätzlich wird die Qualität einer Zuchtperle durch fünf Faktoren bestimmt:

1. Lüster (Glanz)
2. Oberfläche
3. Größe
4. Form
5. Farbe

1- Lüster oder der Glanz der Perle

(Von links nach rechts: B, AA, A, AAA. Eine Zuchtperle mit einem Lüster der Qualität AAA ist etwa 3 mal so wertvoll wie ein Zuchtperle der Qualität B.)

Das irisierende Schimmern einer Perle ist ein faszinierender Anblick. Nicht umsonst gilt der sogenannte Lüster als wichtigster Faktor zur Bestimmung der Perlqualität. Lüster bezeichnet sowohl den Glanz der Perloberfläche als auch die Lichtreflektion durch die feinen Kristallschichten aus Aragonit. Bei einer Zuchtperle höchster Qualität ist das eigene Spiegelbild klar zu erkennen. Allgemein gilt: Je intensiver der Lüster einer Zuchtperle, desto wertvoller ist sie.

 AAA = (Gem Qualität)
höchste Klarheit, optimale Lichtbrechung, klare Reflektion

AA   = (sehr feine Qualität, Excellent)
sehr gute Lichtbrechung mit guter Reflektion

A      = (feine Qualität, gut)
gute Lichtbrechung und Reflektion

B      = (kommerzielle Qualität, matt)
dünne Beschichtung mit „milchiger“ (schwacher) Lichtbrechung und Reflektion

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2 – Oberfläche

Die Reinheit und Struktur der Oberfläche stellt einen wesentlichen Faktor in der Beurteilung einer Zuchtperle dar. Je makelloser die Oberfläche, desto höher ist die Qualität.

(Von links nach rechts: Spotlevel 1, 2, 5, 3, 4)

Kleinere Unebenheiten, Vernarbungen und Vertiefungen der Oberfläche bezeichnet man als Spots. Diese kommen fast immer vor, denn sie sind Zeichen der natürlichen Entstehung der Zuchtperlen. Das sogenannte „Spot-Level“ drückt aus, wie rein die Oberfläche ist. Bei der Beurteilung werden die Meeresschätze einem von 5 Leveln zugeordnet.

1 = mind. 80 % der Oberfläche ist rein (d. h. ohne jegliche Vernarbungen oder Einschlüsse), Rest nur sehr kleine Spots

2 = mind. 60 % der Oberfläche ist rein, Rest nur sehr kleine Spots

3 = die Oberfläche hat wenige Fehler, d.h. leichte, schwache Spots (nicht tief) sind auf der Oberfläche verteilt

4 = die Oberfläche hat viele Fehler, d.h. tiefere und sichtbarere Spots sind auf der Oberfläche verteilt

5 = die Oberfläche hat viele Fehler, oftmals sehr tiefe Einschlüsse, sogenannte „hammer-marks“

Da Zuchtperlen Produkte der Natur sind, hat der Züchter keinen direkten Einfluss darauf, wie rein die Oberfläche seiner Zuchtperlen bei der Ernte sein wird. Eine Zuchtperle mit dem Spot-Level 1 ist also eine seltene Schönheit und kann sechsmal so teuer sein wie eine vergleichbare Zuchtperle mit dem Spot-Level 5.

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3 – Größe

Die Größe von Zuchtperlen wird stets in Millimetern angegeben. Wichtig ist, dass nicht der größte Punkt gemessen wird, sondern der zweitgrößte: Daher gilt bei ovalen Zuchtperlen die Breite statt die Länge als korrekte Größenangabe. Bei nicht runden, barocken Formen wird die Länge, Breite und eventuell auch die Höhe angegeben. Sortiert werden Zuchtperlen mithilfe von Sieben. Deren Löcher sind so beschaffen, dass jeweils Perlen mit einem Größenunterschied bis zu einem halben Millimeter hindurchfallen können. So gibt es z.B. ein Sieb für Perlen der Größe 6 – 6,5 mm, für 6,5 – 7 mm, für 7 – 7,5 mm usw.

Beeinflusst wird die Größe der Zuchtperle durch den eingesetzten Kern sowie die Stärke der Perlmuttschicht, die der Zuchtperle zugleich ihre Widerstandsfähigkeit und ihren unvergleichlichen Glanz verleiht. Wenn alle anderen Qualitätsmerkmale gleich sind, gilt der Grundsatz: je größer, desto wertvoller.

Generell kann gesagt werden, dass der Preis mit jedem zusätzlichen Millimeter um mindestens 35 Prozent zunimmt. Liegt die Größe einer Zuchtperle jedoch über der Durchschnittsgröße ihrer Perlenart, steigt ihr Preis überproportional an.

So rangieren beispielsweise die Größen von Akoya-Zuchtperlen zwischen 2 und 9 mm. Größere Akoya-Zuchtperlen sind sehr selten und dementsprechend wertvoll.

Südsee-Zuchtperlen werden dank ihrer Größe und der Dicke der Perlmuttschicht auch die „Königinnen der Perlen“ genannt. Sie werden 8 bis 17 mm groß, manche Exemplare erreichen bei runder Form sogar bis zu 22 mm.

Die Durchschnittsgröße einer Fiji-Zuchtperle wiederum beträgt 10 bis 11 mm, wobei in seltenen Fällen auch Größen bis zu 18 mm möglich sind.

Tahiti-Zuchtperlen mit runder Form haben einen Durchmesser von 9 bis 14 mm, am häufigsten sind 9 bis 11 mm. Größen von 16 oder sogar 18 mm sind sehr selten.

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4 – Form

Oben (v.l.n.r.): 2 x geringt, barock, bouton
Unten (v.l.n.r.): Triangel, Tropfen, rund, oval

Zuchtperlen sind mitnichten alle rund. Auch hier zeigt sich die Natur in all ihren Facetten. Folgende Formen werden bei Zuchtperlen unterschieden:

  • Rund (round, near round, semiround)

  • Oval

  • Bouton (button, flatbutton) – auf einer Seite oder beiden Seiten abgeflacht

  • Tropfen (long-drop, short-drop, quarter-drop, half-drop)

  • Barock (unregelmäßige Form)

  • Geringt (circle, circle-button, circle-drop)

  • Triangel

Bei der Form einer Zuchtperle können objektiver Wert und persönliche Präferenz weit auseinander liegen. Denn welche Form am meisten fasziniert, bleibt eine Frage des individuellen Geschmacks. Zu den beliebtesten Formen gehören die runde Perle sowie die symmetrische Tropfenform. Perfekt runde Zuchtperlen sind äußerst selten und daher besonders wertvoll. Vollbarocke Zuchtperlen wiederum begeistern Liebhaber dank ihrer einzigartigen Form oder inspirieren Schmuckdesigner zu außergewöhnlichen Unikaten. Die  Qualität einer Zuchtperle wird daher nicht dogmatisch durch ihre Form beeinflusst.

Wie entstehen die verschiedenen Formen?
Die Form einer Zuchtperle hängt sowohl von der Lage der Auster im Wasser ab als auch von der Schwerkraft, die während der Entwicklung auf die Zuchtperle einwirkt. Mit Ausnahme der runden und barocken Form, drehen sich alle Zuchtperlen um eine Achse und entwickeln so ihre harmonische Symmetrie. Die runde Zuchtperle ist die einzige, die sich im Perlsack in alle Richtungen dreht. Im Gegensatz dazu dreht sich die barocke Zuchtperle nicht, da sie zwei Achsen besitzt.

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5 – Farbe

(Farbspektrum Tahiti-Zuchtperlen)

Die Farbenvielfalt edler Zuchtperlen ist atemberaubend. Von zartem Weiß über metallisch glänzendes Anthrazit bis hin zu kräftigem Grün oder warmem Aubergine – die Perlenfarben sind so individuell wie die Persönlichkeit ihrer Träger. Aus diesem Grund hat die Farbe einer Zuchtperle auch keinen objektiven Einfluss auf ihre Qualität. Vielmehr beeinflusst sie je nach persönlichem Geschmack die wahrgenommene Schönheit des Meeresjuwels. Allerdings gibt es Farben, die den Wert einer Zuchtperle aufgrund hoher Nachfrage oder Seltenheit steigern. So ist zum Beispiel die Farbe Weiß-Rosé dank ihrer Zartheit sehr beliebt. Sehr seltene und daher besonders wertvoll sind Tahiti-Zuchtperlen in den Farben Cherry, Braun oder sogenanntem „Peacock“, das wie eine Pfauenfeder mehrfarbig schillert. Rare Schönheiten sind auch tiefgoldene Südsee-Zuchtperlen, die durch ihre Pracht begeistern.

 Übersicht Zuchtperlenarten

  • Süßwasser-Zuchtperlen kommen in den Naturfarben Creme, Rosé und Pfirsich vor. Für eine weiße Farbe werden sie gebleicht.

  • Akoya-Zuchtperlen werden in den Naturfarben Weiß, Grau und Creme bis hin zu fast goldfarbenen Tönen geerntet. Rein weiße Akoya-Zuchtperlen werden in der Regel gebleicht.

  • Das Farbenspektrum der Südsee-Zuchtperlen reicht von Weiß, Silber und Grau über Champagner und Creme bis hin zu goldfarben. Besonders beliebt sind weiße Perlen mit pinker Überfarbe oder tiefgoldene Perlen. 

  • Tahiti-Zuchtperlen zeigen sich in vielfältigen kühlen Naturfarben, welche in sämtlichen Grauschattierungen bis Tiefschwarz auftreten können. Oftmals besitzen sie eine grünliche oder rötliche Überfarbe. Seltene Farben sind Blau oder Peacock.

  • Fiji-Zuchtperlen sind bekannt für ihr faszinierendes Farbenspektrum. Ihre meist warmen Töne reichen von Aubergine, Gold, Bronze und Braun über Blau bis hin zu Silber und pistazienfarben. 

(Farbspektrum Südsee-Zuchtperlen) 

Wie in der Übersicht deutlich wird, ist bei den Schätzen aus dem Meer Farbe nicht gleich Farbe. Besonders geheimnisvoll sind die feinen Schattierungen der dicken Perlmuttschicht, die innerhalb einer einzigen Zuchtperle wechseln.

 So wird bei Zuchtperlen zwischen Körperfarbe und Überfarbe unterschieden:

  • Die sogenannte Körperfarbe ist die Hauptfarbe der Zuchtperle wie beispielsweise Weiß, Grau oder Rosé.

  • Als Überfarbe wird die leichte Tönung bezeichnet, die sich über die Körperfarbe legt. Sie zeigt sich z.B. als roséfarbener, grünlicher oder bläulicher Schimmer.

  • Damit nicht genug schillert eine hochwertige Zuchtperle in einem irisierendem Glanz, dem „Lüster“, der auf der Oberfläche zu tanzen scheint.

Beachtet man alle fünf Qualitätskriterien (Lüster, Oberfläche, Größe, Form und Farbe) bei der Beurteilung einer Zuchtperle, wird schnell deutlich, welche großen Unterschiede es zwischen den einzelnen Meeresschönheiten gibt. Denn sie sind wahre Produkte der Natur – und damit jede für sich ein Unikat.

Gellner – The Spirit of Pearls

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